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N° 066 WER

Umbau Bauernhaus Werdstrasse, Winterthur

Projekt und Realisierung 2016-17

Auftraggeber: privat

Architekturfotografie: Michael Haug


Das denkmalgeschützte Bauernhaus an der Werdstrasse 10 in Seen steht mitten im ehemaligen Dorfkern. Seen war bis 1922 ein charakteristisches Bauerndorf bevor es von der Stadt Winterthur eingemeindet wurde. Heute sind die Landwirtschaftsflächen überbaut, einzig die historisch bedeutenden und teils gut erhaltenen Bauernhöfe zeugen noch von dieser Zeit und charakterisieren die Kernzone. Beim Bauernhaus mit ursprünglich grossem Garten und Obstbäumen wurde das Grundstück durch Abparzellierungen gegen Süden stark verkleinert. Das längliche und einheitlich klar gegliederte Bauernhaus mit durchlaufendem Giebeldach ist in Scheune und Wohnteil gegliedert. Der Umbau umfasst den gesamten Wohnteil im Osten ohne Dachstockausbau. Im Erdgeschoss werden die nichttragenden Wände entfernt und zwei grosse Längsräume gebildet, welche durch die mittige tragende Wand in Küchen- Essraum und Wohnraum unterteilt wird. Durch offene Durchgänge entlang des ursprünglichen Korridors und der Scheune werden fliessende Raumfolgen gebildet, welche ein flexibles und doch zoniertes Wohnen ermöglichen. Die ursprüngliche Treppe wird ersetzt und am selben Ort gespiegelt neu eingebaut, damit die Garderobe zur Eingangstür hin angeordnet werden und das Zimmergeschoss direkter erschlossen werden kann. Die Raumeinteilung im Obergeschoss wird in die urspüngliche Einteilung zurückgebaut, die Zwischenwände in Leichtbau sowie die Estrichtreppe wird entfernt. Das Nordostzimmer wird umgenutzt in ein grosszügiges Badezimmer mit Tageslicht. Im Innern werden die Räume durch die Fachwerkwände, die gebürstete Holzbalkendecke und die pro Geschoss einheitlichen Bodenbeläge charakterisiert - im Erdgeschoss durch einen geschliffenen Anhydritboden, im Obergeschoss durch neue, unbehandelte Holzbretterdielen in Fichte. Sämtliche Fenster sind durch geölte Holzfenster in Fichte ersetzt worden. Somit wird der ursprünglich Ausdruck des Bauernhauses wieder hergestellt und auch im Innern wird durch die einheitliche und rustikale Materialisierung ein stimmiges Ganzes erzeugt. Energetische Verbesserungen auf der Innenseite der Fassadenwände (Dämmputz), konsequentes Dämmen des Estrichbodens und der Kellerdecke sowie der Einbau einer neuen Heizung mit einer Kombination von eingelegten Boden- und Wandheizleitungen ermöglichen zusammen mit dem bestehenden Kachelofen ein optimales Innenklima.