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N° 072 RAP

Neubau MFH Rappstrasse, Winterthur

Projekt, Ausführung 2017-20

Auftraggeber: privat


Ausgangslage: Das bestehende Wohnhaus mit Giebeldach parallel zur Rappstrasse steht im Norden der Parzelle 6/3624 und lässt nach Süden eine grosse Freifläche mit einem begrünten Aussenraum frei. Im Norden des Gebäudes ist ein eingeschossiger Schopf mit Pultdach direkt an die Giebelfassade angebaut, das Vordach reicht bis an die Grenze zum nördlichen Fussweg. Die Parzelle liegt in der Kernzone Wülflingens, das Gebäude ist nicht denkmalgeschützt und darf abgebrochen werden. Allerdings ist das Gebäude Bestandteil des Ergänzungsplans der Kernzone Wülflingen. Dies bedeutet, dass der Ersatzneubau sich an das bestehende Gebäudeprofil zu halten hat, d.h. Lage, Grundrissabmessung, Höhe und Dachform müssen übernommen werden. Konzept und Architektur: Der Ersatzneubau ordnet sich dem Volumenerhalt unter, wird aber sowohl im Grundriss in beide Richtungen, sowie in der Höhe um 0.5m vergrössert. In diesem Mehrfamilien-Wohnhaus sind 3 Wohnungen unterschiedlicher Grösse geplant und ein Untergeschoss. Die Geschosswohnung im Erdgeschoss mit direktem Zugang zum südlichen Garten wird mit zwei 2-geschossigen Wohnungen in den beiden Obergeschossen ergänzt, welche über eine aussenliegende Treppe direkt erschlossen sind. Vorgabe der Denkmalpflege ist, das die Küchen-, Wohn- und Essräume und Balkone im ersten Obergeschoss liegen sollen, und die Schlafräume, teils mit Dachgauben im zweiten. Durch die Lage der Erschliessung im nördlichen, ungedämmten "Schopfanbau" , können die Wohnungen innerhalb der gedämmten Grundrissfläche maximal ausgenutzt werden. Über den Schopfanbau mit Pultdach werden sämtliche Wohnungen sowie das Kellergeschoss erschlossen, zusätzlich ist ein kleiner Geräte- und Veloraum integriert. Die Grundriss-Struktur teilt die Geschosse mittig unter der Giebellinie in zwei Hälften. Für die Erdgeschosswohnung heisst dies, dass sämtliche Zimmer auf der Ostseite zu liegen kommen (Sonnenaufgang). Die Küchen mit Ess- und Wohnraum liegt auf der Strassenseite nach Westen (Sonnenuntergang). Die beiden 2-geschossigen Wohnungen sind ebenfalls mittig getrennt und führen über eine interne Treppe zu den Zimmern im Dachgeschoss. Die Wohnungszugänge der drei Wohnungen erfolgen jeweils von Norden her, die dazugehörigen privaten Aussenräume liegen zur Garten- und Sonnenseite im Süden. Die Erdgeschosswohnung hat einen gedeckten ebenerdigen Aussensitzplatz, die Obergeschosswohnungen sind mit einem Balkon ausgestattet. Konstruktion und Fassaden: Die Konstruktion des Gebäudes ist mit vorfabrizierten Holzelementen vorgesehen, das Untergeschoss in Beton. Das Dach des Haupt- und Nebenbaus sowie diejenige der Gauben sind gemäss Vorschrift mit Ziegeln auszuführen. Die vorgeschlagene Lochfassade mit unterschiedlichen Fenstergrössen orientiert sich an den historischen Fassaden der Kernzone und sind in hinterlüfteter Sichtholzlattung mit Holzfenstern ausgeführt. Umgebung und Garten: Die Umgebungsflächen um das Gebäude (Zugang Wohnungen, Autoabstellplätze, Aussensitzplatz) werden grundsätzlich mit Pflastersteinen ausgeführt, die Gartenflächen mit Wiese, Gemüsebeet, Büschen und Obst- oder Lindenbäumen ausgestattet. Die bestehende Stützmauer an der Rappstrasse wird belassen, der Garten wir neu (Vorgabe Denkmalpflege) mit einem Staketenzaun in Metall oder Holz entlang der Parzellengrenze abgetrennt.