loading

N° 081 HEB

Haus Eber, Zürich

Projektwettbewerb, 2018

Auftraggeber: Hochbauamt Stadt Zürich


SIAM ist: Ein kompaktes Gebäude als Einheit von Alt und Neu, für junge Menschen. Ein Haus, welches die Zusammengehörigkeit der Bewohner untereinander betont, in seiner Gebäudeform verdeutlicht, sich mit dem Quartier verbindet und sich zur Stadt öffnet. STÄDTEBAULICHE PRÄMISSE: Das städtebaulich prägnante Eckhaus an der Kreuzung Bullinger- und Herdernstrasse wird auf beiden Seiten der Brandmauern 'weitergebaut' mit einem viergeschossigen Neubauvolumen. Die ursprüngliche Vorstellung, mit dem gebauten Eckhaus einen quartiertypischen Blockrand zu entwickeln wurde nicht erfüllt. Stattdessen entstanden im damaligen Aussenquartier zufällig gesetzte Industriegebäude. Das unfertige Blockrandfragment feiert nun seine Wiedergeburt als vereintes, redimensioniertes Hofgebäude. Der ursprüngliche grosstädtische Traum ist nicht verschwunden, steht aber auf bedeutend kleinerem Fuss – oder Fussabdruck. Entsprechend wird auch bewusst auf die Einhaltung der aus der Blockrand-Bauweise angedachten maximalen Bautiefe verzichtet. Die bereits gebauten und geplanten Nachbargebäude haben den Blockrand an diesem Ort aufgehoben, also muss er eine neue Form, eine neue Erfüllung finden. Der Projektvorschlag versucht durch den Ergänzungsbau wieder ein eigenständiges und zusammengebautes, wenn auch kleineres Hofgebäude zu konzipieren. Nach aussen hin übernimmt der angedockte Baukörper die Dachrandhöhe des Bestandesbaus. Zwar sind die Geschosshöhen im Neubau kleiner als im Bestand, durch seine umlaufende 'grüne Krone' wird diese in der städtebaulichen Erscheinung jedoch wieder kompensiert. Dieser Ansatz lässt 'Alt und Neu' zu einer Einheit verschmelzen. Die Absicht, möglichst viele Bewohnerzimmer auf der strassenabgewandten und sonnigen Seite auszurichten, setzen kurze Strassenfassaden voraus. Somit bleibt auch die Dominanz des bestehenden Hauses Eber als wichtiges Eckhaus im städtebaulichen Gefüge präsent. Die Absichten der Stadt, möglichst viel Grünraum für das Quartier zurückzugewinnen erreicht der Projektvorschlag durch das kompakte Gebäude und durch eine durchgehende Begrünung im Erdgeschoss und Dach. Die Setzung des neu entstandenen Blockrandgebäudes ermöglicht wieder umlaufende öffentliche oder halböffentliche Grün- und Strassenvorbereiche. Die Haupterschliessung für Autos und Fahrräder sowie die Entsorgung erfolgt über die Bullingerstrasse. Der offene und gedeckte Hauszugang erfolgt ebenfalls über die Bullingerstrasse zum leicht erhöhten Innenhof. Mittels Rampe werden sämtliche Erdgeschossnutzungen im Alt- und Neubau behindertengerecht erschlossen. Der Zugang mit Briefkastenanlage kann bei Bedarf mit einem Tor verschlossen werden. Die übersichtliche offene Treppenanlage erschliesst sämtliche Wohngemeinschaften im Neubau sowie die gemeinsame Dachterrasse und die Kellerräume. Die mittige offene Erschliessung führt die Bewohner an der ehemaligen Rückfassade des Haus Eber entlang aufs Dach und lassen diese wieder als Hoffassade in Erscheinung treten und erleben. Auf dem Dach des Neubaus angelangt, tritt das 3. und 4. Obergeschoss des Bestandesbaus nun unerwartet als 2-geschossiges Haus in Erscheinung. Mit begrünten Brandmauern als Seitenfassaden und neuen Fassadenöffnungen wird das Haus neu erlebbar und zugänglich gemacht. Gefasst wir dieser Raum durch eine umlaufende, mehrheitlich nach Süden ausgerichtete und integrierte PV-Anlage. Der erhöhte und sonnige Aussenraum wird als Grünraum für die Bewohner wieder hergestellt. Die Dachterrasse bietet neben den privaten Balkonen einen zusätzlichen sonnigen, attraktiven und lärmfreien Rückzugsort mit Weitblick. Befestigte Bereiche laden zur Erholung und zum Verweilen ein. Wer will kann sich auch als Gärtner verwirklichen. Insgesamt 64 Privatzimmer in 20 Wohnungen sind im Neubau auf vier Geschossen angelegt. Die Wohnungen sind auf mindestens zwei verschiedene Seiten ausgerichtet. Die Wohnungszugänge führen vom Hof her zu den Wohnküchen, welche jeweils auf der gegenüberliegenden Fassadenseite ins Freie zu den privaten Aussenräumen führen. Alle Privatzimmer liegen ebenfalls auf der vom Hof abgewandten Seite zum Aussenraum und zur Sonne hin. Sämtliche Wohnungen verfügen über zwei Bäder, mindestens eines davon als hindernisfrei anpassbare Nasszelle mit Dusche, Toilette und Lavabo. Zur Hofseite hin werden die Wohnküchen natürlich belichtet. Insgesamt sind 95 Privatzimmer im Bestandesbau und Neubau geplant. Ergänzt wird das Wohnangebot mit einigen 2er Studios im Erdgeschoss. Im Untergeschoss liegen sämtliche Stauräume der Bewohner. Die Wasch- und Trockenräume liegen so, dass sie über beide Treppenanlagen direkt vom Alt- und Neubau erreicht werden können. Der Massivbau mit Leichtbau- Trennwänden, robusten Oberflächen und funktionale Einbauten im Innern- sowie langlebige und unterhaltsarmen Materialien im Aussenraum ermöglichen eine optimale Nutzung des Hauses.