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N° 090

Hallenbad Frauenfeld

Projektwettbewerb 2018

Auftraggeber: Stadt Frauenfeld

mit E. Bomio; Landschaftsarchitektur: Team Landschaftsarchitekten ; Schwimmbadtechnik: Beck Schwimmbadbau; Statik: Oberli Ingeieurbüro


Städtebauliche Einfügung und Architektonische Gestaltung: Der Neubau übernimmt die Orthogonalität der Aussenbecken und Gebäude im Süden und dreht sich im Norden und Osten zur Stadt hin, parallel zur Murg und zu den angrenzenden Wohnhäusern. Mit seiner geringen Gebäudehöhe und der horizontalen Erscheinung fügt er sich harmonisch zwischen die Freibadfläche und den Murg-Kanalraum und fügt sich gegenüber den nördlichen Wohnbauten zurückhaltend in die Umgebung ein. Die Baumbepflanzungen entlang der Murg fassen zusammen mit dem geknickten Volumen den Raum des Freibades. Durch die geringe Höhe der Westfassade gibt es nur ein minimaler Schattenwurf zum Freibadbecken hin. Der Hallenbadvorplatz im Osten wird durch die Auffächerung des Gebäudes und den Hügel am Murgkanal definiert. Die gestaffelten Dachflächen übernehmen die topografische Modulierung des Aussenraumes und schliessen im Süden an die eingeschossigen Volumen der Tribüne und Nebengebäude an. Durch die Auffächerung im Grundriss lassen sich die wesentlichen Funktionen in den Gebäude-Segmenten von aussen und innen ablesen. Sämtliche Grenzabstände zu Wald, angrenzenden Parzellen und Strassen sind dabei eingehalten – auch die maximale Gebäudelängen und -höhen entsprechen der Regelnorm. Das Hallenbad ist für die Besucher ebenerdig organisiert. Der markanteste und höchste Gebäudeteil der Schwimmhalle bildet den Auftakt, ist zur Stadt hin orientiert und zeigt den Ankommenden die Nutzung des Gebäudes. Der gedeckte Eingang ins Hallenbad liegt in der Mitte des Platzes, so dass Badegäste er von beiden Richtungen gut sichtbar und zentral gelegen ist. Umlaufende Sockel- Fenster- und Dachbänder gliedern die Fassade, definieren einen durchgehenden Horizont für die Bad- und Infrastrukturnutzungen im Innenraum und machen das Hallenbad nach aussen als einheitliche öffentliche Nutzung ablesbar. Der Neubau wird durch seine Setzung im Terrain, das umlaufende Dach und die bandartige Fassade in seiner Horizontalität betont und widerspiegelt den umliegenden Grünraum in seiner verglasten Fassade. Der Innenraum ist geprägt vom Holzbau der Fassaden- und Dachkonstruktion. Die sichtbaren Träger in der Schwimmhalle und die Wandflächen mit akustisch wirksamen Holzbekleidungen verleihen dem Bad eine ruhige und warme Raumstimmung. Freiraumgestaltung und Parkierung: Im Aussenraum des Freibades wird das seitliche, sanft geschwungene Terrain zur Murg wie auch zur Liegewiese weitergeführt und an die Beckenlandschaft angepasst. Schattenspendende, gruppiert gepflanzte Hochstammbäume ergänzen die bestehende Baumkulisse. Der Terrassenbereich des Restaurants und das Umfeld des Sprudelbeckens sind gegenüber der übrigen Beckenlandschaft leicht erhöht ausgebildet und mit einer transparenten Gräserrabatte fein abgegrenzt. Der neue Vorplatz zum Hallenbad ist die Nahtstelle zwischen der Schwemmlandebene mit dem Hallen- und Freibad und der bewaldeten Böschung zum Chlöösterli mit dem am Hangfuss verlaufenden Schlossmühlekanal. Dieser prägende Ortsbezug wird in der Platzgestaltung zum tragenden Motiv. Der neue Platz bildet den Ankunftsbereich für Badbesucher, wird einerseits von der Eingangsfassade mit dem charakterisierenden, sitzbaren Sockel räumlich definiert wie auch von der Terrassierung mit Sitzstufen, welche den Höhenunterschied zum Kanal aufnimmt. Die Aufweitung der Terrassen beim Übergang zum Klösterliweg bildet eine angenehme, verkehrsfreie Aufenthaltszone, wo sich die Fusswege treffen. Die seitliche Treppe wird zu einem bequem begehbaren Treppenweg umgestaltet. Die Platzebene ist mit polygonalen Ortbetonplatten strukturiert, welche den Eingangsbereich zum Hallenbad betonen. Weitere Belagspolygone aus Kies mit Baumpflanzungen ergänzen diese Platzstruktur und verbinden sich mit den baumbestandenen Kiesflächen in der Terrassierung. Die übrigen, umfliessenden Platzflächen sind mit einem befahrbaren, sickerfähigen Betonsteinbelag ausgestattet. Schattenspendende und raumbildende Eschen- und Birkenbäume sowie die auf die Platzstruktur angeordneten Sitzbänke ermöglichen die Nutzung als Aufenthaltsort, setzen Akzente und betonen den Treffpunktcharakter des Ortes. Das Verkehrsregime funktioniert als multifunktionale Begegnungszone. Die Parkplätze und Haltestellen werden klar markiert, Fahrspuren für Vorfahrt und Anlieferung werden jedoch nicht nachgezeichnet. Die Wendeschlaufe und temporäre Parkierung für den Bus ist unmittelbar nach der Einfahrt auf den Platz möglich. Die Parkierung für behinderte Besucher und für Personal ist in Eingangsnähe angeordnet und mit einfachem, übersichtlichem Rangieren benutzbar. Für Fahrräder stehen jeweils beidseitig des Areals im Zufahrtsbereich genügend Abstellplätze zur Verfügung. Funktionalität Hallenbad, Freibad, Wellness: Das Hallenbad ist auf einem Geschoss organisiert, auf der Höhe des angrenzenden Freibades. Sowohl Eingangshalle, Garderoben, Schwimmbecken, Restaurant, Anlieferung- und Personalräume sind auf einer Ebene direkt miteinander verbunden. Der gedeckte grosszügige Vorbereich bei der Eingangshalle kann auch als Aussen-Warteraum für Schulklassen und Vereine genutzt werden - mit Informationsboard, Sitzgelegenheiten und guten Sichtbezügen nach Innen und auf den Vorplatz. Unter den Badbereichen im Erdgeschoss befinden sich die notwendigen Bad- und Haustechnikräume. Die Erweiterungsoption Wellness liegt im Obergeschoss über den Garderoben des Hallenbades und ist in sich eine abgeschlossene Einheit. Bei einem Verzicht auf den Wellnessbereich wird die Garderobe ins Ober- statt ins Untergeschoss erweitert, so dass das Gebäudevolumen in seiner Form identisch bleibt. Grundkonzeption für die Organisation des Gebäudes sind betrieblich optimierte Abläufe mit kurzen direkten Wegen und zahlreichen Ein- und Durchblicken. Folgende Massnahmen für ein gut funktionierendes Hallenbad sind besonders hervorzuheben: - Übersichtliche, zonierte Bäderlandschaft in drei Bereichen, mit guter Überschaubarkeit für den Bademeister - Zentraler Eingangsbereich mit Bezug zu Badehalle, Restaurant, Freibad und den Garderoben sowie dem darüber liegenden Wellnessbereich – Garderoben mit klarer Trennung der Schuh- und Barfussbereiche und mit Bezug zum Aussenraum und in die Badehalle – Restaurant mit Einblick und Verbindung zur Badehalle, zum Freibad und zur Aussenterrasse, auch unabhängig vom Badbetrieb betreibbar – Übersichtlich und zentral gelegener Aussensitzplatz mit direktem Bezug zu Restaurant, Ausgabetheke, Badehalle und Freibad